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# Netzwerktechnik – Vorlesung 5: Layer 4 (TCP/UDP), Layer 3 (NAT), Layer 7 (DNS)
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**Modul:** IT2221 – Netwerktechnik
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**Dozentin:** Gabriele Schrenk (e_schrenk@doz.hwr-berlin.de)
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**Datum:** 20.03.2026
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## LAYER 4 – Transport Layer (Transportschicht)
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### Wiederholung TCP/IP Referenzmodell – Schicht 4
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Schicht 4 (Transport) ist zuständig für die Verbindung zwischen Endsystemen. Die Dateneinheit auf dieser Schicht heißt **Segment**. Die Transportschicht stellt Dienstgüte (Quality of Service) und Zuverlässigkeit sicher.
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Das OSI-Modell von oben nach unten: Application → Presentation → Session → **Transport** → Network → Data Link → Physical.
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### TCP – Transmission Control Protocol
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TCP ist Teil der Protokollfamilie TCP/IP und ermöglicht **Ende-zu-Ende-Kommunikation**. Der Datenstrom wird auf verschiedene Anwendungen aufgeteilt. Daten werden mit einem TCP-Header versehen und anschließend an das IP-Protokoll übergeben. Datenpakete werden beim Sender sortiert und an adressierte Anwendungen (identifiziert über **Portnummern**) geschickt.
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#### Wichtigste Eigenschaften von TCP
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- **Verbindungsmanagement:** TCP ist verbindungsorientiert und stellt die richtige Reihenfolge der Daten sicher.
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- **Flusskontrolle (Flow Control):** Schützt gegen Pufferüberlauf beim Empfänger.
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- **Zeitüberwachung (Timer):** Überwacht, ob Bestätigungen rechtzeitig eintreffen.
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- **Fehlerbehandlung (Retransmission):** Verlorene oder fehlerhafte Pakete werden durch Neuübertragung korrigiert.
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### Aufbau des TCP-Headers
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Der TCP-Header besteht aus folgenden Feldern:
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|Feld |Beschreibung |
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|--------------------------|---------------------------------------------------------------------|
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|**Quell-Port / Ziel-Port**|Identifizieren die sendende und empfangende Anwendung |
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|**Sequenz-Nummer** |Nummer des ersten Bytes im aktuellen Segment |
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|**Acknowledgement-Nummer**|Nummer des nächsten erwarteten Datenpakets |
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|**Data-Offset** |Anzahl der 32-bit-Blöcke im TCP-Header (entspricht der Header Length)|
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|**Flags** |SYN, ACK, FIN, RST, URG, PSH, ECE, CWR |
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|**Window-Größe** |Größe des Empfangs-Puffers (für Flusskontrolle) |
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|**Check-Summe** |Prüfsumme zur Fehlererkennung |
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|**Urgent-Pointer** |Zeigt auf das Ende dringender Daten (schnelle Zustellung) |
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|**Options** |Optionale Felder wie Max. Segment Size (MSS), Window Scale, Timestamp|
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Aufbau als Tabellenstruktur:
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```
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| Quell-Port | Ziel-Port |
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| Sequenz-Nummer |
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| Acknowledgement-Nummer |
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| Data-Offset | Reserviert | Flags | Window |
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| Check-Summe | Urgent-Pointer |
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| Option / Füllbits |
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| Daten... |
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```
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### TCP – Portnummern
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Ports werden von der **Internet Assigned Numbers Authority (IANA)** für alle Transportprotokolle vergeben. Es gibt drei Bereiche:
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|Bereich |Portnummern|Beschreibung |
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|-------------------------------|-----------|-------------------------------------------|
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|**Well-Known Ports** |0–1023 |Standardisierte, allgemein bekannte Dienste|
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|**Registered Ports** |1024–49151 |Registrierte Dienste und Anwendungen |
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|**Dynamically Allocated Ports**|49152–65535|Dynamisch zugewiesene (ephemere) Ports |
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#### Beispiele für TCP-Ports
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|Port|Protokoll|Anwendung |
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|----|---------|--------------------------------------------|
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|21 |FTP |Dateitransfer |
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|22 |SSH |Secure Shell Service |
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|23 |Telnet |Konsole |
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|25 |SMTP |Simple Mail Transfer Protocol |
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|80 |HTTP |Hypertext Transfer Protocol (World Wide Web)|
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|110 |POP3 |Post Office Protocol v3 für E-Mail |
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|123 |NTP |Dienst zur Zeitsynchronisierung |
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|179 |BGP |Border Gateway Protocol |
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|220 |IMAP3 |Internet Message Access Protocol für E-Mail |
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|443 |HTTPS |HTTP Secure |
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### TCP – Acknowledgement-Mechanismus
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TCP verwendet Sequenz- und Acknowledgement-Nummern zur zuverlässigen Datenübertragung.
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**Ablauf-Beispiel:**
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1. Sender schickt Paket mit Seq=10 (Source-Port 1028, Dest-Port 23, Ack=1).
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2. Empfänger empfängt Paket #10 und antwortet mit Ack=11 (Source-Port 23, Dest-Port 1028, Seq=1, Ack=11). Die Ack-Nummer 11 bedeutet: „Ich erwarte als nächstes Paket #11.”
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3. Sender sendet nächstes Paket mit Seq=11 (Ack=2).
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Die **Acknowledgement-Nummer** gibt immer die Sequenznummer des **nächsten erwarteten** Pakets an.
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### TCP – Verbindungsaufbau (Three-Way-Handshake)
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Der TCP-Verbindungsaufbau erfolgt in drei Schritten:
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**Schritt 1:** Client (Host A) sendet ein **SYN**-Paket an den Server (Host B).
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- `seq=100, ctl=SYN`
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**Schritt 2:** Server empfängt das SYN und antwortet mit **SYN+ACK**.
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- `seq=300, ack=101, ctl=SYN,ACK`
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- Der Server bestätigt den Empfang (ACK) und schickt gleichzeitig seinen eigenen Verbindungswunsch (SYN). Die ack=101 bestätigt, dass seq=100 empfangen wurde und als nächstes seq=101 erwartet wird.
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**Schritt 3:** Client bestätigt mit **ACK**. Die Verbindung ist hergestellt.
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- `seq=101, ack=301, ctl=ACK`
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Zusammenfassung: Client sendet SYN → Server antwortet SYN+ACK → Client bestätigt ACK → Datenaustausch möglich.
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### TCP – Verbindungsabbau (4-Way-Handshake)
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Der Verbindungsabbau ist dem Aufbau ähnlich, aber umgekehrt und benötigt **vier Schritte**:
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**Schritt 1:** Host A sendet **FIN** (Verbindungsabbauwunsch).
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- `seq=101, ctl=FIN`
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**Schritt 2:** Host B empfängt FIN und bestätigt mit **ACK**.
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- `seq=300, ack=101, ctl=ACK`
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**Schritt 3:** Host B sendet seinerseits **FIN** (eigener Abbauwunsch).
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- `seq=301, ack=101, ctl=FIN`
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**Schritt 4:** Host A bestätigt mit **ACK**. Die Verbindung ist beendet.
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- `seq=102, ack=302, ctl=ACK`
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### TCP – Sliding Window
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#### Motivation
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- TCP muss die Menge an gleichzeitig übertragenen Bytes verarbeiten.
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- Es gibt Methoden zur Bestätigung der Pakete und Flusskontrolle.
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- Bei **Paketverlust** wird ab dem verlorenen Paket erneut übertragen (erkannt durch ausbleibende ACKs oder Timeout) → Garantie, dass alle Pakete ankommen.
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- Pakete werden in der richtigen Reihenfolge an die Anwendungsschicht übergeben und müssen daher zwischengepuffert werden → Risiko eines **Pufferüberlaufs**.
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#### Sliding Window Mechanismus
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- Das Sliding Window regelt die **Senderate** in Bezug auf den Buffer des Empfängers.
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- Der TCP-Stack hat unterschiedlich viel Speicher.
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- Wird Verlust festgestellt, wird der Sender informiert.
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- Der Sender **reduziert** daraufhin die Anzahl der zu sendenden Pakete pro Zeiteinheit.
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#### Fenster-Größe = 1 (Stop-and-Wait)
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Bei Fenstergröße 1 wird jeweils nur ein Paket gesendet und auf dessen ACK gewartet, bevor das nächste Paket gesendet wird. Bei Paketverlust: der **Retransmission-Timer** läuft ab und das Paket wird erneut gesendet.
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**Beispiel mit Paketverlust (Fenstergröße 1):**
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- Sender sendet Paket 1 → Empfänger bestätigt mit ACK 2.
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- Sender sendet Paket 2 → Paket geht verloren.
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- Retransmission-Timer läuft ab → Sender sendet Paket 2 erneut.
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- Empfänger empfängt Paket 2 → Sendet ACK 3.
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**Variante:** Das ACK geht verloren statt des Datenpakets. Der Sender sendet Paket 2 erneut, der Empfänger empfängt es doppelt (verwirft das Duplikat dank Sequenznummer) und sendet erneut ACK 3.
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#### Fenster-Größe = 3
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Mit einer größeren Fenstergröße können **mehrere Pakete** gleichzeitig gesendet werden, ohne auf einzelne ACKs zu warten.
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- Das Fenster (Sliding Window) liegt über den zu sendenden Paketen.
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- Alle Pakete innerhalb des Fensters werden verschickt.
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- Beispiel mit Fenstergröße 3: Die ersten 3 Pakete werden verschickt. Paket 4 geht erst raus, wenn das ACK für Paket 1 eingetroffen ist.
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- Pakete, für die kein ACK vorliegt, werden **nochmals verschickt**.
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**Beispiel mit Paketverlust (Fenstergröße 3):**
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- Sender sendet Pakete 1, 2, 3.
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- Paket 2 geht verloren. Empfänger empfängt 1 und 3, sendet ACK 2 (fordert Paket 2 erneut an).
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- Nach Empfang von ACK 2 sendet der Sender erneut Pakete 2, 3, 4.
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- Empfänger empfängt 2, 3, 4 → Sendet ACK 5.
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**Beispiel mit ACK-Verlust (Fenstergröße 3):**
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- Sender sendet Pakete 1, 2, 3 → Empfänger empfängt alle, sendet ACK 4.
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- ACK 4 geht verloren → Retransmission-Timer läuft ab.
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- Sender sendet Paket 1 erneut → Empfänger empfängt 1 erneut, sendet ACK 4.
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- Sender empfängt ACK 4 → Sendet Paket 4.
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#### Gruppenaufgaben
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**Aufgabe 1:** Sender sendet drei Pakete (seq=100, 101, 102; alle mit ack=5). Alle drei kommen beim Empfänger an.
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**Lösung:** Empfänger antwortet mit `seq=5, ack=103, ctl=ACK` (erwartet als nächstes Paket 103).
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**Aufgabe 2:** Sender sendet drei Pakete (seq=100, 101, 102; alle mit ack=5). Paket 101 geht verloren (nur 100 und 102 kommen an).
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**Lösung:** Empfänger antwortet mit `seq=5, ack=101, ctl=ACK` (fordert Paket 101 erneut an, da es fehlt).
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### TCP – Flusskontrolle
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- Pakete und Meldungen werden mit **Sequenznummern** versehen.
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- Mögliche Übertragungsprobleme: doppelte Datenpakete, doppelte Quittierungen.
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- Durch Nummern ist Reihenfolge und Zuordnung bekannt.
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- Es folgen erst wieder Datenpakete, wenn das erste ACK kommt.
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- Die **Fenstergröße wird während der Übertragung angepasst** durch:
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- **Slow Start:** Exponentielles Wachstum der Fenstergröße bis zum Threshold.
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- **Fast Retransmit:** Sofortige Neuübertragung ohne Warten auf den Timer, wenn **3 doppelte ACKs** empfangen werden.
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- **Additive Erhöhung (Congestion Avoidance):** Lineares Wachstum der Fenstergröße nach dem Threshold für faire und effiziente Zuteilung der Bandbreite.
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#### CWND (Congestion Window) zur Vermeidung von Überlast
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Das CWND beschreibt die Menge der unbestätigten Pakete. Der Verlauf über die Zeit:
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1. **Slow-Start-Phase:** CWND wächst exponentiell (Verdopplung pro RTT).
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2. Ab dem **Threshold** wechselt es in die **Congestion Avoidance** Phase: CWND wächst linear.
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3. Bei **Fast Retransmit** (3 doppelte ACKs): CWND wird halbiert, neuer Threshold wird gesetzt, dann wieder lineares Wachstum.
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### UDP – User Datagram Protocol
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#### Eigenschaften von UDP
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- **Kein** Verbindungs-Aufbau / -Management (verbindungslos).
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- **Ungesicherter Dienst** (keine Garantie für Zustellung).
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- Verzichtet auf den bei TCP notwendigen Overhead.
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- Für **Multicast** und **Broadcast** nutzbar.
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#### UDP – Funktionsweise
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UDP hat im Vergleich zu TCP die gleichen grundlegenden Funktionen (Port-Zuordnung, Datenweiterleitung), aber **keine**:
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- Kontrollfunktion
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- Sicherstellung von Datenempfang
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- Nummerierung der Datenpakete
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UDP ist **schlanker und einfacher** zu verarbeiten. Daten werden direkt an die Anwendungen weitergeleitet. Die Anwendung trägt selbst die Verantwortung für die Sicherstellung der Übertragung, zum Beispiel durch einen **Jitterbuffer**, der Laufzeitvarianzen ausgleicht.
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Typische Einsatzgebiete: DNS-Anfragen, Echtzeit Audio-/Video-Streaming, VPN.
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#### UDP-Header
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Der UDP-Header ist mit nur **8 Byte** sehr schlank:
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|Feld |Größe |Beschreibung |
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|-----------|------|---------------------------------------|
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|Quell-Port |2 Byte|Source Port |
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|Ziel-Port |2 Byte|Destination Port |
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|Länge |2 Byte|Gesamtlänge von Header und Datenbereich|
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|Check-Summe|2 Byte|CRC zur Fehlererkennung |
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Danach folgen die Daten.
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#### Beispiele für UDP-Ports
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|Port|Protokoll|Anwendung |
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|----|---------|--------------------------------------------|
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|53 |DNS |Domain Name Server |
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|67 |DHCP |Dynamic Host Configuration Protocol (Server)|
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|68 |DHCP |Dynamic Host Configuration Protocol (Client)|
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|69 |TFTP |Trivial File Transfer Protocol |
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|161 |SNMP |Simple Network Management Protocol |
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### SCTP – Stream Control Transmission Protocol
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SCTP wurde im Jahr 2000 von der IETF als Transportprotokoll standardisiert. Eigenschaften:
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- **Zuverlässig und verbindungsorientiert** (wie TCP).
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- Unterstützt das Konzept von **Assoziationen** (logische Verbindungen).
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- **Multistreaming:** Mehrere Datenströme gleichzeitig über eine einzige Assoziation möglich.
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- **Multihoming:** Unterstützt mehrere IP-Adressen pro Endpunkt für Ausfallsicherheit.
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- Dienstgüte ähnlich wie TCP (Fluss-/Überlastkontrolle).
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Einsatzgebiete:
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- Signalübertragung zwischen RAN und EPC in **LTE**.
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- Transportprotokoll für das **Diameter-Protokoll** (AAA: Authentifizierung, Autorisierung, Abrechnung) in LTE.
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- Control Plane Protokoll im **5G Core Netz**.
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- Robuste **IoT-Anwendungen** (Internet of Things).
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## LAYER 3 – Network Layer (Vermittlungsschicht) – NAT
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### Konzept von NAT in IPv4
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**NAT (Network Address Translation)** wird in IPv4-Netzwerken verwendet, um die Anzahl benötigter öffentlicher IP-Adressen zu **minimieren** und gleichzeitig **Sicherheit** und **Flexibilität** des Netzwerks zu erhöhen.
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NAT ermöglicht, dass mehrere Systeme in einem privaten Netzwerk über eine **einzige öffentliche IP-Adresse** auf das Internet zugreifen.
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Hauptfunktionen:
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- **Adressübersetzung:** Private IP-Adressen der internen Systeme werden in eine öffentliche IP-Adresse übersetzt.
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- **Verstecken der internen Struktur:** Interne IP-Adressen sind von außen nicht sichtbar → erhöht die Sicherheit.
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- **Verwaltung von IP-Adressen:** Organisationen können ihre internen Netzwerke unabhängig von den öffentlichen IP-Adressen verwalten.
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### Arten von NAT
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|NAT-Typ |Beschreibung |
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|-------------------------------------------------|---------------------------------------------------------------------------------------------------------------|
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|**Static NAT** |Feste 1:1-Zuordnung zwischen einer privaten und einer öffentlichen IP-Adresse |
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|**Dynamic NAT** |Zuordnung von mehreren privaten IP-Adressen zu einer Gruppe (Pool) von öffentlichen IP-Adressen |
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|**PAT (Port Address Translation) / NAT Overload**|Mehrere private IP-Adressen teilen sich **eine einzige** öffentliche IP-Adresse, unterschieden über Portnummern|
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### Prozess der NAT-Umsetzung (PAT-Beispiel)
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Szenario: Internes Netzwerk mit PC1 (192.168.1.2), PC2 (192.168.1.3), PC3 (192.168.1.4). Router hat die öffentliche IP-Adresse 203.0.113.5 und verwendet PAT.
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**Ausgehender Verkehr (PC1 → Webserver 93.184.216.34):**
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1. PC1 sendet ein Paket an 93.184.216.34. Das Paket hat Quell-IP 192.168.1.2.
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2. Der Router empfängt das Paket und erkennt die private Quelladresse.
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3. Er ändert die Quell-IP-Adresse auf seine öffentliche Adresse **203.0.113.5** und weist eine eindeutige L4-Portnummer zu (z.B. **10001**).
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4. Das Paket wird mit der neuen Quelladresse 203.0.113.5:10001 ins Internet gesendet.
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**Eingehender Verkehr (Antwort vom Webserver):**
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1. Der Webserver antwortet an 203.0.113.5:10001.
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2. Der Router empfängt die Antwort und schaut in seiner **NAT-Tabelle** nach.
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3. Er übersetzt die Zieladresse zurück zu 192.168.1.2, indem er die Portnummer 10001 verwendet, um den richtigen internen PC zu identifizieren.
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PC2 und PC3 erhalten eigene Portnummern (z.B. 10002, 10003). Der Router verwendet die **gleiche** öffentliche IP-Adresse, aber **verschiedene Ports** für die Zuordnung.
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### Zuweisung der Portnummer im Detail
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- Die Portnummer wird vom **Router** während des NAT-Prozesses zugewiesen, wenn ein internes System eine Verbindung zu einem externen Server initiiert.
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- Der Router führt eine Übersetzung der **Quell-IP-Adresse** und der **Quell-Portnummer** durch.
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- Ein Eintrag in einer **NAT-Tabelle** wird erstellt, der die Zuordnung von interner IP:Port zu externer IP:Port speichert.
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- Portnummern werden auf der **Transport-Schicht (Schicht 4)** des OSI-Modells zugewiesen und sind im **Transport-Header** (TCP oder UDP) des IP-Pakets kodiert.
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**Konkretes Beispiel:**
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- PC mit IP 192.168.1.2 und Quellport 50000 möchte zu Webserver 93.184.216.34 (Port 80 HTTP).
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- IP-Paket enthält: IP-Header (Quell-IP 192.168.1.2, Ziel-IP 93.184.216.34) + TCP-Header (Quellport 50000, Zielport 80).
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- Router ändert Quell-IP auf 203.0.113.5 und weist neuen Quellport 10001 zu.
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- NAT-Tabelle: 192.168.1.2:50000 ↔ 203.0.113.5:10001.
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- Paket wird gesendet mit Quell-IP 203.0.113.5, Quellport 10001. Die **Zielportnummer bleibt unverändert** (80).
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### Sicherheitskonzept hinter NAT
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#### 1. Verstecken interner IP-Adressen
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- NAT verbirgt die internen IP-Adressen der Systeme (**Anonymität**).
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- Alle Systeme greifen mit der öffentlichen IP-Adresse des Routers auf das Internet zu.
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- Angreifer können nicht direkt auf interne Systeme zugreifen, da die IP-Adressen nicht bekannt sind.
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- Für mehrere Systeme (PCs, Smartphones etc.) sieht ein externer Server nur die öffentliche IP-Adresse des Routers.
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- Interne Adressen (z.B. 192.168.1.2, 192.168.1.3) sind für den externen Server **unsichtbar**.
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#### 2. Einschränkung eingehender Verbindungen
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- NAT erlaubt standardmäßig **keine eingehenden Verbindungen** von externen Quellen.
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- Nur **intern initiierte** Verbindungen erhalten eine Rückantwort.
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- Ein Angreifer kann keine Verbindung nach intern herstellen, **außer** eine spezifische **Portweiterleitung** oder Regel wurde konfiguriert.
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- Ein Webserver im Internet kann seine Antwort nur an die öffentliche IP-Adresse des Routers senden.
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#### 3. Port Address Translation (PAT)
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- Bei PAT (NAT Overload) nutzen alle Systeme dieselbe öffentliche IP-Adresse mit **verschiedenen Portnummern**.
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- Erhöht die Sicherheit durch **Verringerung der Angriffsvektoren**.
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- Ein Angreifer, der eine Verbindung zu 203.0.113.5 versucht, hat keine Information darüber, welches interne Gerät auf welchem Port aktiv ist.
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#### 4. Einfachheit der Konfiguration
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- NAT-Implementierungen bieten oft eine **eingebaute Firewall-Funktionalität**.
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- Der NAT-Router blockiert automatisch unerwünschte eingehende Verbindungen.
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- Viele Angriffsarten (z.B. Port-Scanning-Versuche) werden erschwert.
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**Wichtig:** NAT ist **kein vollständiger Ersatz** für Sicherheitslösungen wie Firewalls oder Intrusion Detection Systems, sondern nur eine **weitere Ergänzung** der Sicherheitsarchitektur.
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### NAT in IPv6
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Bei IPv6 wird die Notwendigkeit für NAT oft in Frage gestellt, da IPv6 einen nahezu **unbegrenzten Adressraum** bietet. NAT bleibt jedoch in bestimmten Szenarien relevant. Die relevanten Konzepte sind **NAT64** und **NPTv6**.
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#### NAT64
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NAT64 ermöglicht **IPv6-Clients den Zugriff auf IPv4-Ressourcen**.
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Funktionsweise:
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1. Ein IPv6-Client möchte auf einen IPv4-Webserver zugreifen (z.B. 203.0.113.10).
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2. Der NAT64-Router übersetzt die Ziel-IPv4-Adresse in ein IPv6-Format. Die IPv4-Adresse 203.0.113.10 wird in das Well-Known IPv6-Präfix **64:ff9b::** eingebettet (Ergebnis z.B. 64:ff9b::cb00:710a).
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3. Der Webserver sendet die Antwort zurück an die IPv4-Adresse des NAT64-Routers.
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4. Der NAT64-Router übersetzt die Antwort von IPv4 zurück zu IPv6 und leitet sie an den Client weiter.
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Vorteile von NAT64:
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- **Interoperabilität:** IPv6-Clients erhalten Zugriff auf IPv4-Ressourcen.
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- **Keine Änderungen an IPv4-Servern** nötig.
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- **Erleichtert den Übergang** von IPv4 zu IPv6, da bestehende IPv4-Dienste weiterhin nutzbar bleiben.
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#### NPTv6 (Network Prefix Translation)
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NPTv6 ist eine Art NAT, die **nur das Präfix** einer IPv6-Adresse ändert (der Interface-Identifier bleibt gleich).
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Anwendungsfall: Ein Netzwerk wechselt den ISP. Der neue ISP vergibt ein neues IPv6-Präfix (z.B. 2001:0db8:1234::/48 statt des alten 2001:0db8:abcd::/48). Der NPTv6-Router wird so konfiguriert, dass er eingehende/ausgehende Pakete mit dem alten Präfix in das neue Präfix übersetzt.
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Beispiel: Quelladresse 2001:0db8:abcd:0001::1 wird zu 2001:0db8:1234:0001::1 übersetzt.
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Vorteile von NPTv6:
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- **Einfache Migration:** Internes Adressschema kann trotz ISP- oder Präfix-Wechsel beibehalten werden.
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- **Minimale Änderungen:** Keine Neukonfiguration aller internen Geräte nötig.
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- **Transparente Übersetzung:** Geschieht transparent für die internen Geräte, keine Änderungen an Anwendungen oder Diensten.
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#### Warum NAT auch bei IPv6 noch relevant ist
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- **Transition IPv4→IPv6:** In der Übergangsphase existieren noch viele IPv4-Ressourcen → NAT64 nötig.
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- **Sicherheitsaspekte:** NAT verbirgt die interne Netzwerkstruktur. Auch wenn IPv6 Sicherheit durch IPsec bietet, möchten Organisationen möglicherweise zusätzliche Schutzmaßnahmen.
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- **Routenmanagement:** NPTv6 ermöglicht präfixbasierte Strategien, die Routing und Netzwerkinfrastruktur vereinfachen.
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- **Flexibles Adressmanagement:** Organisationen können Adressierungssysteme anpassen, ohne interne Strukturen zu beeinträchtigen → NPTv6.
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- **Legacy-Systeme:** Viele bestehende Systeme sind noch auf IPv4 konfiguriert → NAT64 ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb.
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## LAYER 7 – Application Layer (Anwendungsschicht) – DNS
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### Domain Name Service (DNS) – Grundlagen
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DNS ist ein **hierarchisches System** zur Namensauflösung. Es wandelt **Domainnamen** (z.B. www.example.com) in **IP-Adressen** (z.B. 192.0.2.1) um. Der Zweck ist die Verwendung leicht merkbarer Domainnamen statt numerischer IP-Adressen, was eine benutzerfreundliche Navigation im Internet ermöglicht.
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Zwei Kernkomponenten:
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- **Name-Server:** Software/Server zum Beantworten von DNS-Anfragen. Pro Zone gibt es einen primären Server.
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- **Resolver:** Software zum Auflösen von Rechnernamen. Ergebnisse werden im Cache gespeichert (Caching).
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### DNS-Struktur (Hierarchien)
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Das DNS ist hierarchisch aufgebaut:
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- **Root-Domain:** Höchste Ebene, dargestellt als Punkt (.). Umfasst alle TLDs. Der Root-Server ist der Ausgangspunkt für alle DNS-Abfragen.
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- **Top-Level-Domains (TLD):** z.B. .com, .net, .edu, .org, .gov, .de. Umfassen verschiedene Kategorien von Domains.
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- **Second-Level-Domains:** z.B. example.com. Typischerweise der Name einer Organisation oder eines Unternehmens.
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- **Subdomains:** z.B. www.example.com, mail.example.com. Befinden sich unter der Second-Level-Domain und dienen zur Strukturierung von Inhalten.
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Root-Domain (.)
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├── Top-Level-Domain (TLD)
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│ ├── .com
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│ ├── .org
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│ └── .net
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└── Second-Level-Domain
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├── example.com
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└── test.org
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└── sub.test.org
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### FQDN – Fully Qualified Domain Name
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- Besteht aus **Hostname** und **Domain-Name**.
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- Domain-Name besteht aus Subdomain(s) und Toplevel-Domain.
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- Trennung durch Punkte, der absolute Pfad endet mit einem **Punkt**.
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- Format: `Hostname.Subdomain.Toplevel-Domain.` → Beispiel: `mail.example.com.`
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- **Maximale Länge:** 255 Zeichen.
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- Jede **Subdomain** ist 1 bis 63 Zeichen lang.
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- **Protokoll:** UDP-Port 53 für normale Anfragen, TCP-Port 53 für Zonentransfer.
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### Root-DNS-Server
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- Es gibt **13 Gruppen** von Root-DNS-Servern weltweit verteilt, bezeichnet mit Buchstaben **A bis M** (z.B. a.root-servers.net, b.root-servers.net usw.).
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- Diese Root-Server sind **nicht speziell** für .com zuständig, sondern sind die erste Anlaufstelle für alle TLD-Anfragen.
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- Aktuell bestehen die 13 Gruppen aus **1.907 Instanzen**, verwaltet von **12 Organisationen**.
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- Die Verwaltung wird von der **ICANN** (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) koordiniert – einer gemeinnützigen Organisation, zuständig für die Koordination von IP-Adressen und Domainnamen.
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- Website: root-servers.org
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- **RIPE** (Réseaux IP Européens): 1989 gegründeter gemeinnütziger Verein als Forum zur technischen Koordination des Internets. **RIPE NCC** (RIPE Network Coordination Centre) hat seinen Sitz in Amsterdam.
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### DNS-Record-Typen
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#### A-Record (Address Record)
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- Verknüpft einen Domainnamen mit einer **IPv4-Adresse**.
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- Eintrag: `example.com. IN A 192.0.2.1`
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- Wenn jemand example.com eingibt, wird er zur IP-Adresse 192.0.2.1 geleitet.
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#### AAAA-Record (IPv6 Address Record)
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- Verknüpft einen Domainnamen mit einer **IPv6-Adresse**.
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- Eintrag: `example.com. IN AAAA 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334`
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#### CNAME-Record (Canonical Name Record)
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- Erstellt einen **Alias** für einen anderen Domainnamen.
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- Eintrag: `www.example.com. IN CNAME example.com.`
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- Zugriff auf www.example.com wird auf example.com umgeleitet. Alle Anfragen werden an die IP-Adresse von example.com weitergeleitet.
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#### MX-Record (Mail Exchange Record)
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- Gibt den **Mailserver** für die Domain an.
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- Eintrag: `example.com. IN MX 10 mail.example.com.`
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- E-Mails an example.com werden an mail.example.com weitergeleitet.
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- Die Zahl (10) gibt die **Priorität** an: niedrigere Zahlen = höhere Priorität.
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#### NS-Record (Name Server Record)
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- Zeigt, welche DNS-Server **autoritativ** für die Domain sind.
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- Eintrag: `example.com. IN NS ns1.exampledns.com.`
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#### PTR-Record (Pointer Record)
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- Auflösung einer **IP-Adresse zu einem Domainnamen** (Reverse DNS).
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- Eintrag: `1.2.0.192.in-addr.arpa. IN PTR example.com.`
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- IP-Adresse 192.0.2.1 wird auf example.com aufgelöst.
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#### SOA-Record (Start of Authority Record)
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- Enthält **administrative Informationen** über die Domain, einschließlich des primären DNS-Servers und der Kontaktinformationen.
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- Eintrag: `example.com. IN SOA ns1.exampledns.com. hostmaster.example.com. (2023010101 ; Serial 3600 ; Refresh 1800 ; Retry 604800 ; Expire 86400 ; Minimum TTL)`
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Felder des SOA-Records:
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- **Name:** Domainname
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- **TTL bei Antwort:** Wie lange Informationen gespeichert werden
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- **Zonen-Klasse (IN):** Steht für Internet
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- **Primärer Server:** Domain Name des primären DNS-Servers (Master)
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- **Verantwortlicher:** E-Mail-Adresse des Administrators (mit `.` statt `@`)
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- **Seriennummer:** Nummer der Zonendatei, anhand derer Secondary-Server erkennen, ob eine Aktualisierung nötig ist
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- **Refresh-Zeit:** Zeit in Sekunden, die ein Secondary Server wartet, bevor er erneut die Seriennummer abfragt (typisch 1–12h)
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- **Retry-Zeit:** Erneuter Versuch, wenn Refresh nicht erfolgreich war
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- **Expire-Zeit:** Gültigkeitsdauer in Sekunden. Nach Ablauf gibt der Secondary keine Antworten mehr
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- **TTL bei keiner Antwort (Minimum):** Dauer der Speicherung von „Domain existiert nicht”-Antworten. Verhindert Überlastungen
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Beispiel SOA-Record für google.com (abfragbar mit `nslookup –type=SOA google.com`):
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```
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google.com. 21599 IN SOA ns1.google.com. dns-admin.google.com.
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2023032701 ; serial
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7200 ; refresh (2 hours)
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1800 ; retry (30 minutes)
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604800 ; expire (1 week)
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60 ; minimum (1 minute)
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```
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### DNS-Server und Resolver
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#### Aufgaben eines DNS-Servers
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- Hostet die DNS-**Zonendateien**.
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- Ist **autoritativ** für bestimmte Domains.
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- Liefert Informationen über Domainnamen und deren zugehörige IP-Adressen.
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#### Aufgaben eines DNS-Resolvers
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- Ist **nicht autoritativ**, bearbeitet Anfragen von Clients.
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- Liefert IP-Adressen an den Client.
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- Fungiert als **Vermittler** zwischen dem Client und den DNS-Servern.
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#### DNS-Resolver Installation
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- Kann ein öffentlicher DNS-Resolver eines ISPs sein.
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- Kann ein separater, lokaler Server in einem Unternehmensnetzwerk sein.
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- Cloud Provider bieten DNS-Resolver als Teil ihres Services an.
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### DNS-Namensauflösung – Zwei Methoden
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#### 1. Rekursive Anfrage (Verantwortung beim DNS-Resolver)
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Der Resolver übernimmt die **komplette Auflösung** im Auftrag des Clients:
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1. Benutzer fragt im Browser nach www.example.com → Client fragt den lokalen DNS-Resolver.
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2. Resolver prüft seinen **Cache**. Falls vorhanden: IP-Adresse direkt zurückgeben.
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3. Falls nicht im Cache: Resolver fragt einen **Root-DNS-Server** → dieser gibt den TLD-Server für .com zurück.
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4. Resolver fragt den **TLD-Server** → dieser gibt den autoritativen DNS-Server für example.com zurück.
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5. Resolver fragt den **autoritativen DNS-Server** → dieser gibt die IP-Adresse zurück.
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6. Resolver gibt die IP-Adresse an den Client und **speichert sie im Cache**.
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#### 2. Iterative Anfrage (Anfrage an andere Server)
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Der Resolver fragt nur **einmal** den bekannten DNS-Server. Hat der Server die Antwort nicht, gibt er entweder die IP-Adresse eines anderen Servers zurück oder einen Fehler.
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Ablauf:
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1. Client-Anfrage geht ein, Resolver prüft den Cache.
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2. Sendet Abfrage an den **Root-DNS-Server**.
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3. Root-Server liefert die Adresse des **TLD-Servers** (nicht die finale Antwort).
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4. Resolver muss dann **separat** den TLD-Server anfragen.
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5. Falls der TLD-Server die Antwort nicht hat, verweist er auf den autoritativen Server → Resolver stellt **erneute Anfrage**.
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6. IP-Adresse wird an den Client geliefert, nachdem alle Anfragen durchgeführt sind.
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**Vergleich:**
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- **Rekursiv** wird verwendet, wenn eine vollständige Auflösung gewünscht ist → Standardkonfiguration der meisten DNS-Resolver der ISPs.
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- **Iterativ** wird in bestimmten Architekturen verwendet, mit eventuellen Vorteilen bei Ressourcennutzung, Kontrolle, Sicherheit und Performance.
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### DNS – Root Zone Management
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Die **IANA** (Internet Assigned Numbers Authority) ist verantwortlich für das Management der DNS Root Zone. Sie weist Operators zu Top-Level Domains zu und verwaltet die administrativen Details → **Root Zone Database**.
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IANA-Whois-Service zeigt Informationen zu TLDs:
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- **.com** (USA): Registriert 1985, Organisation: VeriSign Global Registry Services, Reston VA.
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- **.cn** (China): Registriert 1990, Organisation: China Internet Network Information Center (CNNIC), Beijing.
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- **.de** (Deutschland): Registriert 1986, Organisation: DENIC eG, Frankfurt am Main.
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### DNS-Zone
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- Eine Zone ist der **Teil des Domain-Baumes**, für den ein Server zuständig ist.
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- Ein Server kann **primäre und sekundäre** Zonen verwalten.
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- Daten werden in der **primären Zone** gepflegt.
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- Übertragung an Secondary DNS-Server erfolgt über **Zonentransfer** (Backup-Server).
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**Zwei Mechanismen für Zonentransfer:**
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1. **Benachrichtigung durch Master (Push):** Der Master (Primary) unterrichtet die Slaves (Secondaries) über Änderungen. Der Slave fordert dann die geänderten Daten oder die komplette Zone an.
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2. **Daten werden vom Slave angefordert (Pull):** Der Secondary DNS-Server fordert regelmäßig den **SOA-Record** an und vergleicht die **Seriennummer**. Falls die Seriennummer des Secondary kleiner ist als die des Servers → Zonentransfer wird eingeleitet.
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### DNS – Reverse Lookup
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Reverse Lookup ist die Umsetzung einer **IP-Adresse in einen Namen** (umgekehrte Richtung zur normalen Namensauflösung).
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- Zone: `in-addr.arpa.` für IPv4, `ip6.arpa.` für IPv6.
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- IP-Oktette werden **von rechts nach links** aufgelöst.
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- IP: 134.30.15.41 → Reverse: `41.15.30.134.in-addr.arpa.`
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- Jedes Oktett der IP-Adresse bildet eine **Ebene** in der DNS-Hierarchie.
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- Adressen können in höheren Ebenen eingetragen sein.
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- Feinere Unterteilungen als **/24** sind nicht möglich.
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### Dynamisches DNS (DDNS ≠ DynDNS)
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#### Dynamische Client-Konfiguration
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- Name wird vom DHCP-Server zugeordnet.
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- Client behält seinen Namen und nimmt nur die IP vom DHCP-Server.
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#### DynDNS
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- Konstante Aktualisierung der IP-Adresse für ein Domainame
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- Aktualisierung über **Web-Interface** oder **Client-Software**.
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- Die letzte Zuordnung bleibt bestehen.
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- Verwendet **sehr kurze TTL**, damit Änderungen schnell wirksam werden.
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#### DDNS
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- Aktualisierung **direkt beim Name-Server** (standardisiertes DNS-Update-Protokoll).
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- Aktualisierungen werden an andere Server der Zone **weitergereicht**.
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- Erfordert **Authentifizierung**.
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### DNS – Service Record (SRV)
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SRV-Records ermöglichen es, **Dienste dynamisch zu lokalisieren**. Sie sind ein spezieller Typ von DNS-Eintrag, der Informationen über Dienste bereitstellt. Clients können den Standort eines bestimmten Dienstes (z.B. VoIP, Instant Messaging) finden, ohne im Voraus zu wissen, auf welchem Server der Dienst läuft.
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#### Struktur eines SRV-Records
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|Feld |Beschreibung |
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|------------|---------------------------------------------------------------|
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|**Service** |Name des Dienstes (z.B. `_sip` für SIP) |
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|**Protocol**|Verwendetes Protokoll (z.B. `_tcp`, `_udp`) |
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|**Name** |Domainname, für den der SRV-Record gilt |
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|**Priority**|Priorität des Dienstes (niedrigere Werte = höhere Priorität) |
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|**Weight** |Gewicht für Lastenausgleich zwischen Servern gleicher Priorität|
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|**Port** |Port, über den der Dienst erreichbar ist |
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|**Target** |Zielhost, der den Dienst bereitstellt |
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#### Beispiel: SRV-Record für VoIP über UDP
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```
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_sip._udp.example.com. 3600 IN SRV 10 60 5060 sipserver.example.com.
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```
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Erklärung der Felder:
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- `_sip._udp`: SIP-Dienst über UDP-Protokoll. Der Unterstrich `_` kennzeichnet einen speziellen Dienst.
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- `example.com.`: Domain, die den VoIP-Dienst bereitstellt.
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- `3600`: TTL in Sekunden (1 Stunde).
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- `IN`: Klasse Internet.
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- `SRV`: Record-Typ.
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- `10`: Priorität (höhere Priorität als z.B. ein Eintrag mit 20).
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- `60`: Gewicht für Lastverteilung (höherer Wert = höhere Wahrscheinlichkeit, ausgewählt zu werden).
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- `5060`: Port für SIP über UDP.
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- `sipserver.example.com.`: Hostname des SIP-Servers.
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SRV-Records sind besonders nützlich für VoIP-Dienste, da sie Clients ermöglichen, dynamisch den richtigen Server zu finden.
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### Sicherheitsaspekte von DNS
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#### 1. DNS Spoofing (Cache Poisoning)
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- **Angriff:** Angreifer sendet **gefälschte DNS-Antworten** an einen DNS-Resolver, um dessen Cache zu manipulieren.
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- **Auswirkung:** Benutzer werden auf gefälschte oder schadhafte Websites umgeleitet.
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- **Schutzmaßnahmen:**
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- **DNSSEC** (Domain Name System Security Extensions): Fügt **digitale Signaturen** zu DNS-Daten hinzu, um deren Authentizität zu überprüfen. Stellt sicher, dass die Daten nicht manipuliert wurden.
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#### 2. DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service)
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- **Angriff:** DNS-Server werden mit einer großen Anzahl von Anfragen **überflutet**. Richtige Anfragen erhalten keinen Zugriff auf den Dienst.
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- **Schutzmaßnahmen:**
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- **Lastverteilung** auf mehrere Server (Minimierung der Auswirkung).
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- **Rate-Limiting:** Begrenzt die erlaubte Anzahl der Anfragen einer IP-Adresse in einem bestimmten Zeitraum.
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- Spezialisierte **DDoS-Schutzlösungen** (z.B. Cloudflare, Akamai, AWS Shield), die Traffic in Echtzeit analysieren und Angriffe abwehren.
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#### 3. DNS-Tunneling
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- **Angriff:** Angreifer installiert Malware, die **Daten über DNS-Anfragen und -Antworten** sendet. Daten werden in kleinen DNS-Paketen übertragen (Datenexfiltration oder Command-and-Control-Kommunikation).
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- **Schutzmaßnahmen:**
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- Überwachung des DNS-Verkehrs auf **ungewöhnliche Muster**.
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- Mittels **Firewall-Regeln** DNS-Anfragen auf autorisierte Server begrenzen.
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#### 4. Man-in-the-Middle-Angriffe
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- **Angriff:** Abfangen der Kommunikation zwischen Client und DNS-Server. **Manipulation** der DNS-Anfragen oder Weiterleiten auf schädliche Webseiten.
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- **Schutzmaßnahmen:**
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- Verwendung von **DNSSEC** stellt sicher, dass DNS-Antworten authentisch sind.
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- **Verschlüsselung** der DNS-Kommunikation durch DNS-over-HTTPS (DoH) oder DNS-over-TLS (DoT).
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#### 5. Phishing über DNS
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- **Angriff:** Nutzung gefälschter DNS-Einträge (z.B. A-Record oder SRV-Record), um Benutzer auf **bösartige Websites** umzuleiten (z.B. gefälschte Bank-Website). Benutzer werden dazu gebracht, Anmeldedaten einzugeben.
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- **Schutzmaßnahmen:**
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- **Bewusstsein und Schulung:** Benutzer sollten über die Risiken von Phishing informiert und geschult werden, um verdächtige Links zu erkennen.
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- **DNS-Filtering:** Technologien, die den Zugriff auf bekannte bösartige Domains blockieren. |