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nw2 - Zusammenfassung
1. Grundlagen der Netzwerkkommunikation
Ein Netzwerk ist ein Zusammenschluss verschiedener IT-Systeme zum Zweck des Datenaustausches.
Grundlegende Komponenten
- Endsysteme (Hosts): Start- und Endpunkte der Datenübertragung (PCs, Server, Smartphones).
- Kopplungselemente: Verbinden Netzabschnitte oder ganze Netze (Hubs, Switche, Router).
- Übertragungsmedien: Kabel (Kupfer, Glasfaser) oder Funkwellen (WLAN).
Kommunikationsarten
- Unicast (Punkt-zu-Punkt): Gezielte Verbindung zwischen einem Sender und einem Empfänger.
- Multicast (Punkt-zu-Mehrpunkt): Nachricht an eine bestimmte Gruppe von Teilnehmern.
- Broadcast (Punkt-zu-Mehrpunkt): Nachricht an alle Teilnehmer in einem Netzsegment.
2. Netzwerktopologien und Klassifizierung
Man unterscheidet zwischen der physikalischen Topologie (tatsächliche Verkabelung) und der logischen Topologie (tatsächlicher Datenfluss).
Topologien im Überblick
- Bus-Topologie: Alle Teilnehmer hängen an einem Hauptkabel. Günstig, aber bei Kabelbruch fällt das gesamte Netz aus.
- Stern-Topologie: Alle Teilnehmer sind mit einem zentralen Switch verbunden. Höchste Flexibilität; fällt ein Kabel aus, betrifft es nur einen Teilnehmer.
- Ring-Topologie: Daten wandern von Rechner zu Rechner. Ausfall eines Geräts kann den Ring unterbrechen.
- Vermaschtes Netz (Mesh): Jeder mit jedem (vollvermascht) oder teils vermascht. Höchste Ausfallsicherheit, aber teuer in der Verkabelung.
Entfernungsklassen
- PAN (Personal Area Network): Bluetooth, ca. 1-10 m.
- LAN (Local Area Network): Gebäude/Campus, 10 m bis ca. 1 km.
- MAN (Metropolitan Area Network): Stadtnetz, bis 100 km.
- WAN (Wide Area Network): Länder/Kontinente.
- GAN (Global Area Network): Weltweit (Internet).
3. Das OSI-Referenzmodell
Das OSI-Modell (Open Systems Interconnection) dient der Standardisierung der Kommunikation über sieben Schichten.
Visuelle Darstellung
| Schicht | Ebene | Funktion | PDU (Einheit) | Hardware / Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| 7 | Anwendung | Schnittstelle für Software | Daten | HTTP, FTP, Browser |
| 6 | Darstellung | Datenformate, Kompression | Daten | JPEG, ASCII, Verschlüsselung |
| 5 | Sitzung | Dialogsteuerung, Checkpoints | Daten | RPC, NetBIOS |
| 4 | Transport | End-zu-End Fehlersicherung | Segmente | TCP, UDP |
| 3 | Vermittlung | Routing, logische Adressierung | Pakete | Router, IP, ICMP |
| 2 | Sicherung | Physische Adressierung (MAC) | Frames | Switch, Ethernet |
| 1 | Bitübertragung | Physikalische Signale, Kabel | Bits | Hub, Repeater, Kabel |
Datenkapselung: Beim Senden wird eine SDU (Service Data Unit) von der höheren Schicht übernommen und durch Hinzufügen eines Protokoll-Headers zur PDU (Protocol Data Unit) der aktuellen Schicht. Beim Empfänger findet der umgekehrte Prozess statt (Decapsulation).
4. Layer 1 – Übertragungsmedien (Physical Layer)
Diese Schicht legt mechanische und elektrische Eigenschaften fest.
- Kupferkabel (Twisted-Pair): * Nutzt Differenzsignale auf verdrillten Adernpaaren, um elektromagnetische Störungen zu neutralisieren.
- Wellenwiderstand in der Netzwerktechnik meist 50 Ohm (im Vergleich zu 75 Ohm bei TV-Kabeln).
- Lichtwellenleiter (LWL):
- Singlemode (OS1/OS2): Kern ca. 9 µm. Nutzt Laser. Sehr hohe Reichweite (bis 10 km+) und Bandbreite, da kaum Signalstreuung (Modendispersion).
- Multimode (OM1-OM5): Kern 50 oder 62,5 µm. Nutzt LED/VCSEL. Günstiger, aber auf kürzere Distanzen begrenzt (bis ca. 550 m), da die Lichtstrahlen unterschiedlich reflektiert werden.
5. Layer 2 – Sicherungsschicht (Data Link Layer)
Hier geht es um den fehlerfreien Transport innerhalb eines Netzsegments.
Ethernet & Switching
- MAC-Adresse: 48 Bit lange, eindeutige Hardwareadresse (z. B.
00-80-41-ae-fd-7e). - Switching-Methoden:
- Store-and-forward: Der Frame wird komplett eingelesen, auf Fehler (CRC) geprüft und dann weitergeleitet (Sicher, aber langsamer).
- Cut-through: Weiterleitung beginnt, sobald die Ziel-MAC gelesen wurde (Schnell, leitet aber auch defekte Frames weiter).
Spanning Tree Protocol (STP - 802.1D)
Verhindert redundante Schleifen in Netzen, die zu "Broadcast-Stürmen" führen würden.
- Wahl der Root-Bridge: Switch mit der niedrigsten Bridge ID (Priorität + MAC) wird Chef.
- Pfadauswahl: Redundante Wege werden logisch in den Zustand "Blocking" versetzt.
VLANs (802.1Q)
Ermöglichen die logische Trennung von Netzen auf demselben physikalischen Switch.
- Statische VLANs: Port-basiert.
- Dynamische VLANs: Zuordnung basierend auf der MAC-Adresse des Endgeräts.
6. WLAN (Wireless LAN - 802.11)
WLAN ist ein "Shared Medium" – alle Geräte teilen sich die Funkfrequenz.
- Frequenzen: * 2,4 GHz (Gute Reichweite, aber überlaufen durch Bluetooth/Mikrowellen).
- 5 GHz (Höhere Datenraten, weniger Reichweite).
- Prozess beim Verbindungsaufbau:
- Scanning/Probing: Suchen nach verfügbaren Netzen (SSID).
- Authentifizierung: Prüfung der Zugriffsberechtigung.
- Assoziation: Der Client meldet sich am Access Point an und bekommt eine Port-ID (ähnlich wie beim Switch).
7. Layer 3 – Vermittlungsschicht (IPv4 Adressierung)
Layer 3 verbindet unterschiedliche Netzwerke durch Routing.
IPv4-Adressstruktur
Eine Adresse hat 32 Bit (4 Oktette à 8 Bit).
- Klasse A: 1 – 126 (Große Netze)
- Klasse B: 128 – 191 (Mittlere Netze)
- Klasse C: 192 – 223 (Kleine Netze)
- Klasse D: 224 – 239 (Multicast)
- Klasse E: 240 – 255 (Forschung/Reserviert)
Spezialfall: 127.0.0.1 ist die Loopback-Adresse (Localhost), um die eigene Netzwerkkarte zu testen.
Binäre Umrechnung (Wichtig!)
Computer denken in Binärzahlen. Ein Oktett hat die Wertigkeiten:
128 | 64 | 32 | 16 | 8 | 4 | 2 | 1
Beispiel Umrechnung der Zahl 144:
- Passt 128 in 144? JA (Bit = 1), Rest 16.
- Passt 64 in 16? NEIN (Bit = 0).
- Passt 32 in 16? NEIN (Bit = 0).
- Passt 16 in 16? JA (Bit = 1), Rest 0.
- Alle weiteren (8, 4, 2, 1) sind 0. Binärergebnis: 10010000
8. TCP/IP-Referenzmodell
Im Gegensatz zum OSI-Modell hat das praxisnahe TCP/IP-Modell meist nur 4 Schichten:
- Application: (OSI 5-7) – HTTP, DNS, SMTP.
- Transport: (OSI 4) – TCP (verbindungsorientiert) und UDP (verbindungslos).
- Internet: (OSI 3) – IPv4, IPv6, ICMP.
- Network Access: (OSI 1-2) – Ethernet, WLAN, ARP.
9. Definitionen
MAC-Adresse (Media Access Control)
Die MAC-Adresse ist die physische Identität deines Geräts. Sie wird vom Hersteller direkt in den Netzwerkchip (z. B. WLAN-Modul oder Ethernet-Karte) "eingebrannt".
- Eigenschaft: Weltweit einzigartig und (normalerweise) unveränderlich.
- Vergleich: Wie die Fahrgestellnummer eines Autos. Egal wo das Auto hinfährt, die Nummer bleibt gleich.
- Format: Besteht meist aus sechs Paaren von Hexadezimalzahlen, z. B.
00:1A:2B:3C:4D:5E.
IP-Adresse (Internet Protocol)
Die IP-Adresse ist die logische Anschrift deines Geräts in einem Netzwerk. Sie wird dir zugewiesen, damit Datenpakete wissen, wohin sie geliefert werden müssen.
- Eigenschaft: Veränderlich. Sie hängt davon ab, mit welchem Netzwerk du gerade verbunden bist.
- Vergleich: Wie eine Postanschrift. Wenn du umziehst (oder dich in ein anderes WLAN einwählst), ändert sich deine Adresse, damit die Post dich finden kann.
- Formate:
- IPv4: Vier Zahlenblöcke (z. B.
192.168.178.1). - IPv6: Ein längeres Format für mehr verfügbare Adressen (z. B.
2001:0db8:85a3...).
- IPv4: Vier Zahlenblöcke (z. B.
Der entscheidende Unterschied
| Merkmal | MAC-Adresse | IP-Adresse |
|---|---|---|
| Was ist es? | Hardware-Identität | Netzwerk-Standort |
| Wer vergibt sie? | Der Hersteller | Der Router / Provider |
| Sichtbarkeit | Lokal im eigenen Netzwerk | Weltweit (bei öffentlichen IPs) |